Unerfüllter Kinderwunsch und Social Freezing: Schwanger werden, aber bitte erst später!

Bozen – Endometriose, Sterilität und Social Freezing waren die zentralen Themen des ersten Med Alpregio Kongresses, der zum ersten Mal mit internationalen und nationalen Experten aus den Bereichen Gynäkologie und Reproduktionsmedizin in Bozen stattfand. Ein Wissenstransfer der einen großen Mehrwert für die Behandlung von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch bringt.

Unerfüllter Kinderwunsch kann unterschiedliche Ursachen haben. Endometriose, eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, ist bei ca. 50% der Frauen im gebärfähigen Alter der Grund für ungewollte Kinderlosigkeit. Die Symptome sind sehr vielfältig und meist nicht eindeutig, weshalb diese Erkrankung oftmals sehr spät diagnostiziert wird. Weitere Ursachen können die ungenügende Samenqualität des Mannes oder aber auch hormoneller Art sein.

Die Experten sind sich einig, dass der Faktor Zeit bei Kinderwunsch die wesentliche Rolle spielt, sowohl bei der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen z.B. Endometriose und hormonellen Beschwerden, als auch bei der Wahl des Zeitpunktes für eine Schwangerschaft. Selbst wenn die durchschnittliche Lebenserwartung hierzulande steigt, tickt die biologische Uhr bei jeder Frau noch immer gleich. Eine Schwangerschaft auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, kann mitunter Probleme nach sich ziehen. Denn der idealste Zeitpunkt um an den Nachwuchs zu denken ist bei Frauen zwischen 20 und 24 Jahren. Je älter Frauen werden, desto mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, während die Wahrscheinlichkeit einer Unfruchtbarkeit steigt. Allein in Südtirol konnte man in den letzten vier Jahren einen Anstieg des Durchschnittsalters aller werdenden Mütter um ein ganzes Jahr verzeichnen.

Ein Themenschwerpunkt der im Rahmen des Kongresses lebhaft diskutiert wurde, nennt sich Social Freezing und leitet sich direkt vom Trend der späteren Familienplanung ab. Unter Social Freezing versteht man die vorsorgliche Entnahme und Aufbewahrung von eigenen gesunden Eizellen für eine spätere Befruchtung. Frauen, die sich mit Ende 30, Anfang 40 ein Kind wünschen, bei denen der Vorrat und die Qualität der Eizellen aber nicht mehr ausreicht, können in jungen Jahren die eigenen Eizellen einfrieren und sich später quasi selbst spenden. Der große Vorteil ist, dass man bei einer späteren, gewollten Schwangerschaft nicht auf eine Eizellspende von Fremden im Ausland zurückgreifen muss.

„Trotz der gesetzlichen Erleichterungen in Italien, die Social Freezing ermöglicht haben, hat sich diesbezüglich leider nicht viel geändert“, meint Dr. Bruno Engl, Initiator des Med Alpregio Kongresses und Leiter des Gesundheitszentrums Donna Salus in Bozen. „In diesem Bereich muss noch viel Aufklärung und Informationsarbeit geleistet werden. Für die Zukunft gibt er sich dennoch zuversichtlich, dass mit Hilfe der heutigen, innovativen medizinischen Herangehensweisen, immer mehr Paaren zum Kinderglück verholfen werden kann.

 

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